Sonntag, 13. März 2016

Ein Mixtape



Da saß ich also im Auto. Ein Date. Bis jetzt war es ganz nett: das Texten, das Treffen. Bis jetzt!! Doch als die Musik in seinem Auto erklang, war der Zug für mich schon fast wieder abgefahren. Electro beats? Ernsthaft? Versteht mich nicht falsch. Mit 20 habe ich in Barcelona gelebt und war dort auf Off-Sonar Parties und habe Kalkbrenner und Steve Aoki live erlebt, da kannte die Masse in Deutschland nicht einmal die Namen. Ebenso wirst du mich im Gewölbe, Odonien in Köln oder im Kater in Berlin antreffen – zum tanzen. Aber ich könnte mir Electro im Auto (außer betrunken) oder Zuhause (außer auf  'ner Party) nicht geben.

Wie ist das bei euch? Glaubt ihr, wie ich, dass ein gemeinsamer Musikgeschmack bei der Partnerwahl einen hohen Stellenwert hat? Sicherlich kann man die Partnerwahl nicht nur darauf reduzieren. Wenn man sich verliebt, dann verliebt man sich halt. Ich schließe mich da nicht aus. Aber ich erinnere mich an die erste gemeinsame Wohnung meines Ex Freundes und mir - und wir hatten nicht wirklich denselben Musikgeschmack. Leute, ich kann euch sagen, dass das nicht lustig ist am Wochenende mit eurem über alles geliebten Schatzi aufzustehen und sich zum Frühstück die Mukke von dem Partner anzuhören, die man gar nicht leiden kann (vor allem als Morgenmuffel wie ich!). Umgekehrt war es genauso. Dann kommen so Sprüche wie:,,Ja, kannst ruhig 1-2 Lieder hören". Für einen Musikjunkie wie mich einfach ein Alptraum und deswegen schreie ich jetzt kurz: Juhu, ich liebe meine eigene Wohnung!

Morgens erstmal die Boxen anmachen und zu coolen Klängen und Songtexten wach werden, um Mitternacht ins Bett gehen und dann bis 4 Uhr morgens mit Kopfhörern die Ohren beschallen lassen. Früher habe ich auch gesungen. Ich war zwar nicht die beste Sängerin, aber man hat mir das, was ich gesungen habe, geglaubt. Als Schreiberling hat Musik halt für mich viel mit den Lyrics zu tun. Außerdem bewundere ich Leute, die Instrumente spielen können, Lieder komponieren, schreiben.

Wenn man denselben Musikgeschmack hat, kann man sich folglich austauschen. ,,Kennst du das Lied? Kennst du den Künstler?" Ebenso kann man zusammen auf Konzerte gehen. Und vor allem was das Clubbing angeht ist alles viel leichter. Wenn einer gerne auf R&B tanzt und der andere auf Electro, dann geht der eine dem anderen zuliebe auch mal mit auf eine Party, aber je nach Toleranzgrenze werden beide nicht zufrieden sein. Der eine wird sich bemühen trotz der scheiss Musik Spaß zu haben, und der andere wird seine geliebte Musik nicht genießen können, weil er ein schlechtes Gewissen hat seinen Partner in eine zwanghafte Situation gebracht zu haben.
Dabei sag ich euch: Es macht total Spaß mit seinem Herzensmenschen richtig abzutanzen, zu lachen, dabei zu knutschen. Wenn ich weiß, dass mein Schwarm die gleiche Musik hört wie ich, mach ich vor Freude einen Salto. Musik verbindet halt: sei es, dass man zusammen Lieder hört, dabei kuschelt oder auf einem Konzert gemeinsam die Texte mitsingt. Musik kann uns ebenso an schöne oder traurige Momente erinnern. Jeder kennt das: man hört ein Lied und assoziiert das mit seiner Kindheit oder einer Person, einem Moment.

Natürlich hat unterschiedlicher Musikgeschmack nicht nur Nachteile. Vielleicht lernt man durch seinen Freund oder seine Freundin eine Musikrichtung kennen und lieben, die einem vorher nicht bekannt war oder die man vorher nicht mochte. Mehr Vorteile fallen mir leider nicht ein. Sorry for that one!

Wenn ihr eurem Schwarm oder eurem Partner eine Freude machen wollt, versucht es doch mal mit einem selbstgemachten Mixtape. Früher hat meine beste Freundin Jasmin mir immer die besten Songs auf Kassette aufgenommen. Für die Jüngeren unter euch, das ist eine Kassette:


Jemanden ein Mixtape zu machen, ist meiner Meinung nach, so etwas wie jemanden einen Brief zu schreiben. Es kann Stunden dauern die richtigen Lieder auszusuchen und diese dann in die richtige Reihenfolge zu bringen. Man denkt sich bei den Liedern natürlich auch etwas. Manchmal will man nur eine bestimmte Stimmung hervorrufen oder einen tollen Künstler bzw. einen tollen Song zeigen, aber oft geht es auch um die Lyrics. Man denkt sich:,,Hör was der Sänger im Lied sagt: Genau das fühle ich für dich!." Somit kann man Dinge unterschwellig äußern, für die man im wahren Leben vielleicht etwas zu schüchtern ist. Musik ist also eine wundervolle Art von Romantik. Schön ist, wenn man dann eine CD brennt und dazu ein cooles Cover gestaltet oder die Lieder handschriftlich auflistet. Ich habe auch mal ein ganzes Booklet gemacht mit einer Anmerkung zu jedem Lied, eine Begründung also, weshalb ich gerade das Lied ausgesucht hatte.
Wenn ihr das zu mühsam findet, könnt ihr auch eine CD kaufen oder eine Spotify Playlist erstellen, was ich auch schon gemacht habe. Dies hat den Vorteil, dass man durch das Löschen oder Hinzufügen von Liedern die Liste immer wieder erneuern kann.


Leider habe ich bis jetzt noch kein Mixtape von einem Mann bekommen. Dabei mach ich es einem nicht schwer die passenden Lieder auszuwählen, da ich ein musikalischer Schizo bin. Ich höre R&B, Hip Hop, Pop wie Britney Spears und Spice Girls, französische Chansons wie Edith Piaf und Yves Montand, außerdem liebe ich Zaz. Darüber hinaus findet man in meiner Spotify Playlisten Songs von Marilyn Monroe, Frank Sinatra, Arien aus Opern, Electro wie DJ Koze oder The Glitz, Reggae wie Eek a Mouse, Damian Marley, Musicals wie das Phantom der Oper, Salsa, Country wie Kelsea Ballerini oder die alten Songs von Taylor Swift, Ska wie Ska-P oder Less than Jake und Rock wie Foo Fighters, Jimmy Eat World oder sogar Boysetsfire und zu guter letzt bin ich ein großer Olson Fan. Ach und meine Liebe zu Schwesta Ewa und SSIO nicht zu vergessen :D Ihr seht, so ein musikalischer Tyrann bin ich also gar nicht, da man von mir behaupten kann, dass ich fast alles höre. Also Future-Boyfriend, vielleicht inspiriert dich hier was, haha ;)

Mit einem Zitat von Richard Wagner verabschiede ich mich heute von euch:,,Die Musik ist die Sprache der Leidenschaft".


Fühlt euch gedrückt,

eure Gabriele



Mich würde eure Meinung zu dem Thema interessieren. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Ihr könnt gerne (anonym und ohne Datenangabe) hier in meinem Blog kommentieren. Ist derselbe Musikgeschmack Basis für eine Beziehung? Überlegt ihr nach dem Lesen dieses Textes jemanden ein Mixtape zu machen?





Sonntag, 28. Februar 2016

In der Luft schwebend

Kennt ihr das Gefühl, hin- und hergerissen zu sein? Ist man an einem Tag glücklich, feiert das Leben extrem, genießt einen hedonistischen Lifestyle, so fällt man am nächsten Tag in ein tiefes Loch und fragt sich, wofür dieses Leben gut ist, fuckt sich ab, dass man noch studiert oder über den Job, den man macht, dass man Dinge vor sich herschiebt, eigentlich nicht hier leben möchte, wohlhabend sein will, und sich Gedanken macht, oder ob man den richtigen Beruf gewählt hat.

Ich habe eben letztens "La Môme" geschaut, der im deutschen "La vie en rose" heißt und das Leben von Edith Piaf zeigt, gespielt von Marion Cotillard. Einfach großartig. Der Film hat mein Herz zerfetzt, da er so traurig ist. Man könnte sagen, dass ich den Film durch geweint habe, da er mich so berührt hat. Ich wusste gar nicht, dass Edith Piaf so viele Schicksalsschläge durchleben musste. Oft können sich Anhänger der Generation Y mit solchen Charakteren identifizieren. Diese Extreme: saufen, feiern, Drogen, das Leben auf das Maximum genießen, die Liebe lieben. Und dann auf der anderen Seite die Tristesse, die Einsamkeit.

American Journalist:If you were to give advice to a woman, what would it be?
Edith Piaf: Love
American Journalist: To a young girl?
Edith Piaf: Love
American Journalist: To a child?
Edith Piaf: Love.

Wenn man auch so denkt, wird man belächelt. "Liebeskasper Gabi", schon klar. Aber wenn die Leute solche Filme schauen, finden sie diese Aussagen toll, nur im wahren Leben belächeln sie Personen, die so denken, fühlen und das äußern. Wenn ich ein Lied höre, und das Gefühl habe, dass die Lyrics durch meinen ganzen Körper gehen, wenn ich eine Filmszene sehe und mich so verbunden fühle, dass mich jemand versteht, dass jemand auch in meiner Situation ist, dann kommt auch manchmal: "Ach, lass mich raten, du fühlst dich angesprochen, hihi". Ist das so schlimm? Ist Kunst wie Film, Literatur und Musik nicht dafür da? Dafür, dass wir Menschen uns identifizieren können, dass wir die Geschichten und Worte nachvollziehen können, dass die Musik und die Dialoge, Texte uns berühren? die Ästhetik und Tiefe, welche jegliche Art von Kunst uns geben kann. Vielleicht wirken Künstler auf andere Menschen wie Träumer, Naive. Ich glaube jedoch, dass Emotionen, Sensibilität und Sentimentalität sowie Melancholie zum Leben dazu gehören.

Oft erkennt man sich in Künstlern, verlorenen Seelen, hoffungsvolle und doch zerbrechliche Charaktere. Amy Winehouse, Kurt Kobain, Ernest Hemingway, Marilyn Monroe. Ein Zitat von Scott Fitzgerald lautet:“And in the end, we were all just humans, drunk on the idea that love, only love, could heal our brokenness.“ Jeder hat sein Päckchen zu tragen: gesundheitliche Probleme, finanzielle, persönliche. Die ganzen Dinge, die einem passieren, die Gedanken, die sich andauernd im Kreis drehen, die Emotionen, die man nicht unter Kontrolle hat, all dies findet nur Trost in der Liebe: Liebe von Freunden und der Familie, Liebe vom Partner oder einfach die Liebe zu sich selbst, die man jedoch erst erlernen muss.

Wir, die Generation Y, in der Luft schwebend. Man weiß nicht in welche Richtung man fliegen muss. Wir schweben einfach über der Erde, im Himmel, an einer Stelle. Man bewegt sich nicht vor ran, immer schwebend zwischen den Wolken ohne Orientierung. Das Schweben fühlt sich nicht schmerzvoll an, es ist ein nichts, eine Unentschlossenheit, die jedoch mit einer Gleichgültigkeit verbunden ist. Wohin mit mir? Ich weiß es nicht. Der schwebende Zustand ist nicht der Beste, aber die Angst, eine Richtung zu wählen ist groß, also bleibt man schwebend. Schwebend muss man sich nicht bemühen, man muss nichts riskieren, aber man kommt auch nicht weiter. Man hängt in der Luft, da man Angst vor Verantwortung hat, aber merkt wie die Zeit vergeht und man weiß somit, dass man nicht auf ewig schweben kann, sondern eine Richtung wählen muss, entscheiden muss, wohin es geht und für diese Bewegung in eine bestimmte Richtung muss man Kraft aufwenden, wofür man aber möglicherweise zu faul ist oder eher wovor man sich einfach fürchtet.

Dieses Generation Y Gerede ist wirklich wahr, meines Erachtens. Viele Möglichkeiten, alles wollen, nichts wollen. Zuhause bleiben oder Party machen? „Pff. Kein Mensch erinnert sich später an die Nächte, in denen er viel geschlafen hat“. Aber am nächsten Tag verkatert aufwachen und sich erinnern (wenn man sich erinnert) wie man sich betrunken benommen hat, ist auch nicht cool, vor allem, wenn man dann in sein Handy guckt. Studium durchziehen oder erst einmal paar Semester chillen und das junge Leben genießen? Singleleben oder Ehe und Kinder? Hat man den richtigen Beruf gewählt? Sollt ich damit zufrieden sein oder doch noch studieren, eine Ausbildung machen, die Meisterschule besuchen? Will ich das überhaupt oder nur, weil ich denke, dass die Gesellschaft das erwartet? Als Mutter: Zuhause bleiben und sich um die Kinder kümmern oder doch arbeiten und sich dann anhören müssen, man würde nicht genug Zeit in seine Kinder investieren.

Man weiß heutzutage nicht mehr, was richtig und was falsch ist, da wir so viele (zu viele?) Möglichkeiten haben. Aber das gehört alles zum Erwachsenwerden dazu. Dazu gehört auch Fehler zu machen. Das Wichtige, meine Lieben, ist sich selbst zu reflektieren, aus Fehlern zu lernen und an sich zu arbeiten, damit man die beste Version seiner selbst wird. Wir sind alle nicht vollkommen und das Leben kann zwischendurch echt scheisse sein, aber wir dürfen nicht aufgeben und müssen füreinander da sein. Deswegen möchte ich an dieser Stelle Pablo Neruda zitieren:Si nada nos salva de la muerte, al menos que el amor nos salve de la vida.”, also „Wenn nichts uns vor dem Tod rettet, so rettet uns die Liebe wenigstens vor dem Leben“.



Eure Gabriele







Mittwoch, 24. Februar 2016

Du hast dich nicht einmal entschuldigt

Es hätte dir leid tun können, dass du mich nicht loslässt, obwohl du es hättest tun müssen, da ich es nicht konnte

Ich habe dich in der virtuellen Welt geblockt. Aber nicht nur dort, denn auch um mein Herz ist jetzt eine große Mauer, eine Firewall, eine Blockade. Du warst wie ein Computervirus, der sich in mein Herz gehackt hat und dort die Festplatte auffraß. Das Wirrwarr ließ mich nicht mehr vernünftig denken, handeln. Nun bin ich befreit und das sogar durch deine Hilfe. Mit diesen Dingen hast du schließlich Erfahrung, dies ist dein Metier. Der Virus hat sich also ganz von alleine entfernt und zwar durch seine Taten.
Wahrscheinlich schicken dir deine Freunde gerade einen Screenshot von dem Text, da du dir ja nicht die Mühe machst, dich selber für das von mir Geschriebene zu interessieren. Vielleicht lachen sie auch über mich, da sie Mitleid mit mir haben, belächeln wie naiv ich sei, betonen, dass ich eine „tickende Zeitbombe“ sei. Aber wer könnte es ihnen verübeln? Sie wissen wahrscheinlich von deinen ganzen anderen Frauen, in einer Welt, in die ich ihrer Meinung nach, bestimmt eh nicht hingehöre. Aber sie wissen nicht, wie du zu mir warst, wie gut du zu mir warst, dass wir uns damals fast jede Woche gesehen haben und sich nicht alles um das Eine drehte. Wie du immer betont hast, dass „wir uns wirklich mögen“. Aber Menschen, die man mag, denen tut man nicht weh und vor allem nicht auf diese Art und Weise.
Denn du wusstest, dass ich leide, dass ich weine und trotzdem hast du nicht aufgehört, dich mit mir zu treffen. Warum ich es nicht einfach beendet habe? Wie oft habe ich es versucht und dann hast du mich angebettelt und vollgelabert, dass ich es nicht tun soll. Verliebte klammern sich leider an jeden Strohhalm, also hoffte ich weiterhin. Und ich hoffte und hoffte und hoffte und hoffte.
Aber irgendwann macht es dann doch „Klick“. Auch wenn dir deine Freunde und deine Familie schon vorher tausend mal gesagt haben, dass du loslassen sollst, muss bei einem selber der Moment kommen, in dem man versteht: Es reicht.
Der Moment ist gekommen, denn ich will dich nicht mehr. All die Dinge, weswegen ich dich wollte, sehe ich nicht mehr, da ich nur noch erkennen kann, warum du schlecht für mich bist, mir nicht gut tust. Natürlich hatten wir eine tolle Zeit zusammen, wir waren ja sogar im Urlaub zusammen, gekuschelt, gegessen, geschlafen und viel geredet, geschrieben, geküsst. Doch, dass ich weinend zuhause war, wenn du weg warst, das war dir gleichgültig. Denn ich bin dir egal. Das habe ich jetzt verstanden.
In der ganzen Zeit hast du mir nicht einmal gesagt, dass es dir leid tut. Es hätte dir ja leid tun können, dass du mir das nicht geben konntest, was ich dir in Mengen gab. Es hätte dir leid tun können, dass ich weinte und traurig war wegen dir. Es hätte dir leid tun können, dass du mich nicht loslässt, obwohl du es hättest tun müssen, da ich es nicht konnte.
Wenn du einen Text von mir gelesen hast, hast du mich daraufhin immer angerufen. Ruf diesmal nicht an. Ich würde sowieso nicht dran gehen. Du hast mir eh nichts zu sagen. Denn auf das Geschriebene gehst du nicht ein, führst dann irgendeinen Smalltalk, aber löschen sollte ich meine Texte auch nicht. Dafür bist du viel zu narzisstisch und genießt die Aufmerksamkeit, die ich dir schenke. Dann genieß sie noch ein letztes Mal. Das wird mein letzter Text über dich sein



Montag, 15. Februar 2016

Starbucks, Muskatnuss, Coladosen

Du hinterlässt Souvenirs in meinem Kopf und Herzen
Man lebt jeden Tag, normal, vor seiner Nase sieht man Gewürze, man geht Kaffee trinken, man kauft sich auf die Schnelle eine Dose Cola am Kiosk. Standard. Doch auf einmal beginnt man die Dinge mit einer Person zu assoziieren. Es gibt so viel, das ich mit dir verbinde, wenn ich mich so umschaue. Sogar mein Bett schaue ich manchmal an und erinner' mich daran, wie du drei Mal hier übernachtest hast. Drei mal hast du dir den weiten Weg zu mir in das kleine Solingen gemacht, wo doch hier eigentlich nichts ist, - außer mir. Es kommt mir so surreal vor, mir vorzustellen, dass du auf meinem Sofa lagst, dass du die Pasta gegessen hast, die ich gekocht hatte und sie dir schmeckte, aber du doch gerne etwas Muskatnuss hättest, da du diese magst. Von da an muss ich jedes gottverdammte Mal an dich denken, wenn ich in meiner Küche stehe und auf das Gewürzkästchen schaue, welches direkt auf der Arbeitsplatte steht. 
Wenn ich dich besuchte oder du geschäftlich in meiner Nähe warst, gingen wir am nächsten Morgen immer zu Starbucks, "Kaffee für 1.5 Mio. Euro trinken", wie ich gerne sage. Wie oft bin ich im Starbucks gewesen und habe mir meinen Caramel Macchiato sorgenfrei getrunken? Wenn sie jetzt im Starbucks meinen Namen auf den Becher schreiben, denke ich an die vielen Fotos, die ich im Liebesrausch bei unseren Starbucksritualen schoss, wobei ich auch einmal unsere zwei Becher nebeneinander fotografierte. Kitschig. Aber ich liebte es. Wenigstens waren wir auf den Bildern vereint, wenigstens waren unsere Namen auf einem Bild vereint.
Das alles läuft schon seit Monaten. Monate, in denen mich eine Trauer überkam, wenn ein bestimmtes Lied lief. Calvin Harris "How deep is your love?", ein 0-8-15 Mainstream Chartssong. Doch ich kann mich erinnern, wie er ein paar Mal im Auto lief, als du mich abholtest oder zum Bahnhof fuhrst. Seitdem hörte ich das Lied rauf- und runter und fragte mich, wie tief deine Liebe wohl zu mir sei. Doch deine Liebe ist nicht tief, sie ist viel mehr wie eine Luftmatratze, die lässig auf der Wasseroberfläche im Swimmingpool schwimmt. Manchmal legst du dich auf die Luftmatratze, dann taucht sie etwas ins Wasser, sie wird ein bisschen nass, deine Füße steckst du ein Stückchen ins Wasser. So eine kleine Erfrischung macht dir Spaß. Die Luftmatratze empfindest du als gemütlich,  wozu also tauchen oder schwimmen, wenn man doch locker auf der Wasseroberfläche dahin dösen kann? Wozu was riskieren, wozu vertiefen? "Ist doch alles so gut wie es ist", sagtest du nicht nur einmal. 
Noch schlimmer als die Lieder sind Gerüche. Dein Parfum. Manchmal trugst du auch ein anderes, aber nur bei dem einen überfällt mich dieser Schmerz. Dieser Schmerz in der Brust, wenn man den Duft irgendwo riecht. Das ist dann der absolute und blanke Horror. Ist es nicht erstaunlich, dass das Traurigsein ein wirkliches Ziehen in der Brust bewirkt, also körperlichen Schmerz hervorruft? 
Doch der absolute Superlativ ist alles, was mich daran erinnert, dass du eigentlich eine andere Frau in deinem Leben hast. Eine teure Handtasche, die sie auf einem Foto mit dir trägt oder Städtenamen, von denen ich hörte, dass du sie mit ihr besuchtest. Ich frage mich dann, ob du ihr die Sachen und Reisen gekauft hast oder ob sie auch aus einer reichen Familie kommt, denn „Die Sitte gilt und muss gelten, aber daß sie’s muß, ist mitunter hart.“ Jaja, Irrungen, Wirrungen.
Und so sitze ich hier und schreibe blinde Liebesbriefe, die ich nicht abschicken werde, die mir helfen sollen dich zu vergessen. Doch ich frage ich mich, wie ich dich vergessen soll, wenn selbst Coladosen mich an deinen Kühlschrank erinnern, wenn mein Herz stehen bleibt, wenn ich irgendwo den Namen deines Wohnortes höre, wenn ich Sehnsucht nach deinem Kater habe, wenn ich ein süßes Kätzchen erblicke, und die vielen anderen Souvenirs, die du in meinem Kopf und Herzen gelassen hast, die es mir unmöglich machen dich zu vergessen.


Sonntag, 11. Oktober 2015

I still believe in paradise

I still believe in paradise

Warum Ihr den Glauben an die Liebe (trotz Liebeskummer) im 21. Jahrhundert nicht verlieren solltet.

Der Liebeskummer kann so groß sein, dass  man sich am liebsten eine Viggo legen würde, um sich den Rotwein intravenös zu verabreichen und das Gefühl hat 80 Kippen hintereinander zu rauchen, Whitney Houston anschmeißt und überlegt mit dem 683er Bus zur Müngstener Brücke zu fahren. Und wenn man Nachts nicht schlafen kann, da Schlaflos nicht nur eine tolle Schnulze ist, sondern auch dein ständiger Begleiter, weil die Gedanken sich im Kreise drehen (man nimmt die traurige Musik natürlich mit Kopfhörern mit ins Bett! Selbstverständlich!), fragt man sich: Wozu der ganze Scheiss?

Das versuche ich euch jetzt zu erklären. Nachdem ich biographisch einen Abstecher in Theodor Fontanes Roman "Irrungen, Wirrungen" gemacht habe, was auch gleichzeitig mein Lieblingsbuch ist (Ironie des Schicksals!), ist mir erneut die Relevanz der Liebe bewusst geworden.

Und geht es uns, wenn wir die Last des Liebeskummers tragen, auch so schlecht, weiß ich jetzt:"Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, in denen wir liebten." (Wilhelm Busch)
Menschen, die nicht mehr an die Liebe, die wahre Liebe und das Prinzip der Monogamie glauben, tun mir einfach nur leid. Das Leben eines freien Abenteurers klingt spannend, aber es gibt nichts wundervolleres auf der Welt, als von dem Menschen, den man von Herzen liebt, zurück geliebt zu werden. 
In der heutigen Gesellschaft mit Tinder und Co. (siehe Artikel Wo ist die Liebe geblieben?) ist es den Menschen so leicht wie nie zuvor geworden den Partner zu betrügen, anstatt die Beziehung zu beenden. Mitleid mit denen, die ihr Herz verschließen. Folglich ist, meiner Meinung nach, ein Mensch, der nicht geliebt hat, ein Mensch, der nie gelebt hat. Hier möchte ich gerne Goethe zitieren "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben."

Ebenso möchte ich auf eine Szene aus dem Film "Good Will Hunting" verweisen.



"Du kannst mir nicht sagen wie es ist, neben einer Frau aufzuwachen und sich glücklich zu fühlen." 
"Wenn's um die Liebe geht, zitierst du wahrscheinlich ein Sonett. Hast dich aber beim Anblick einer Frau noch nie wehrlos gefühlt, weil sie dich mit den Augen in ihren Bann gezogen hat, wo du dann das Gefühl hast, Gott hat dir einen Engel geschickt, der dich aus den tiefen der Hölle rettet... für den auch du mal der Engel wirst. 
Du kennst einfach nicht das Gefühl für jemanden da zu sein, komme was wolle...wie etwa Krebs. Du weißt nicht wie das ist, 2 Monate lang am Krankenbett einer Frau zu sitzen und ihre Hand zu halten.... Die Ärzte erkennen an deinem Blick, dass das Wort "Besuchszeit" für dich keine Bedeutung hat. Du weißt nicht was ein wirklicher Verlust ist, denn das lernst du nur, wenn du jemanden mehr liebst als dich selbst. Ich bezweifle, dass du dich je getraut hast einen Menschen so zu lieben."

Es hat einen Grund, warum Liebe niemals stirbt, sie ist in uns verankert. Bücher, Lieder, Filme thematisieren fast immer ein und dasselbe: Die Liebe. Ich schließe mich der Dietrich an, wenn ich sage: "Große Philosophen, große Dichter haben versucht, Liebe zu erklären. Wer bin ich schon, daß ich es besser könnte?!" Ich habe Erich Fromms "Die Kunst des Liebens" gelesen und habe auch so die Erkenntnis, dass keine monetären Dinge das Gefühl ersetzen können, neben jemanden aufzuwachen, den man liebt, morgens die Person an sich zu ziehen und in Arm zu nehmen, die Stimme dieser Person, den Geruch dieser Person, das Lachen. Egal welche Schmerzen ich durch die Liebe ertragen habe, so sind die schönen Gefühle, die die Liebe mit sich gebracht hat unvergesslich und geben uns Menschen einen Sinn im Leben.
Und ist der Kummer noch so groß, zieht euch meine Spotify Playlist Müngstener rein, vergießt paar Tränchen, fühlt euch gedrückt, bald wird es euch besser gehen. Und denkt dran:

"I still believe in paradise
but now at least i know it's not some place you can look for
cause it's not where you go
it's how you feel for a moment in your life
and if you find that moment it lasts forever"

(Orbital, beached)



Eure Gabriele



Dienstag, 7. Juli 2015

La vita è bella!

La vita è bella!

Warum man Essen auch genießen darf
Ich mampfe gerade die Spaghetti Carbonara, die ich heute gekocht habe, bei welcher ich an Sahne und Parmigiano Käse keineswegs gespart habe. Außerdem habe ich die Gabe, mich bei der Menge total zu überschätzen und somit habe ich quasi für die ganze Kelly Family mitgekocht, was heißt, dass ich alle paar Stunden in die Küche spaziere und mir noch eine Portion gönne. Carbonara ist mein Lieblingsgericht, welches ich öfters mal koche, auch wenn ich in einem Singlehaushalt lebe. Denn das Kochen und vor allem das Essen macht Spaß, was viele Menschen heutzutage entweder zu gut wissen (siehe „The biggest Loser“) oder auf das die Fitnessjunkies fast ganz verzichten (siehe „Instagram“).
Demnach frage ich mich, was mit dem Essverhalten der Leute geworden ist. Sprießen einerseits ständig neue Burgerläden aus dem Boden, heißt es andererseits Lowcarb, Vegan und Glutenfrei.
Wer sich vegetarisch/vegan ernährt, der hat auf jeden Fall meinen Respekt verdient, da ich es selber nicht könnte. Heuchlerisch finde ich die Fitness-Veganer, die auf Grund ihres Trainings auf Tierprodukte verzichten, aber sabbernd am liebsten die „Mc Donalds“ Scheibe beim Vorbeigehen ablecken würden. Mein Gott, dann esst doch den verdammten Burger, wenn ihr Bock drauf habt!!
Dieses ganze Fitness Getue auf „Instagram“ empfinde ich als noch schlimmer als die jahrelangen Diskussionen über Models in Zeitschriften. Was in den Zeitschriften zu sehen ist, ist harmloser als die heutige Social Media Gesellschaft mit ihren Fitness Boys und Girls, die täglich ihr Workout absolvieren, ihre Kack Shakes trinken und an einem Salatblatt nagen. Jetzt werden wahrscheinlich einige sagen: ,,Ach, die ist doch nur neidisch, weil die nicht so eine Disziplin hat“. Falsch. Der Begriff „Disziplin“ kann auch eine negative Konnotation haben, da er impliziert, dass man sich auf eine Art beherrschen muss, sich im Griff haben sollte, kontrolliert sein sollte. Wenn ich aber Lust habe mir eine Tafel Schokolade reinzuschmatzen, dann tue ich das auch.
Klar, Sport mache ich ab und zu und bei einer Kleidergröße von 34 brauche ich nicht meckern. Natürlich wird aus einer 34 auch mal eine 36 und dann kann man nicht alles anziehen, was im Schrank hängt. Doch das ist EGAL, denn ich habe viel mehr Spaß am Essen, als dass ich jeden Tag Bauchfrei-Selfies ins Internet stellen müsste. Wenn das Top passt, dann passt es, wenn nicht, dann halt nicht.
Marilyn Monroe mit ihren Kurven, die Sexbombe der 50er Jahre, gerät sicherlich in Vergessenheit, da sich die Zeiten und somit die Geschmäcker und Trends ändern.
Jedoch regen mich die ganzen Smoothie – schlürfenden, Magerquark löffelnden Wichtigtuer auf, denn sie geben den jungen Mädchen und Jungen heutzutage ein total falsches Bild von Ästhetik und Schönheit. Dass man nicht jeden Tag literweise Cola trinken und in „Mc Donalds“ gehen sollte, ist bekannt. Wichtig ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung, wobei man auch sündigen kann und muss, denn Essen bedeutet Spaß! In Italien beispielsweise weiß man, dass Essen ein Teil der Kultur, der Mentalität ist. Man trifft sich Abends, kocht zusammen, sitzt zusammen, isst zusammen, unterhält sich, trinkt ein Gläschen Wein. La vita è bella!
Zusammenfassend möchte ich nur sagen: Wenn ihr Bock auf einen Burger oder eine Pizza habt: esst sie! Wenn ihr keinen Bock habt jeden Tag zum Sport zu gehen, dann chillt auch mal auf eurer Couch. Es ist nur wichtig die richtige Balance zu finden. Ach ja, und wenn ihr Bock auf meine Carbonara habt, sagt einfach bescheid :)
Eure Gabriele




Sonntag, 28. Juni 2015

Sonntags Single

Sonntags Single

Über die Entscheidung Sonntags lieber Single zu sein als mit der falschen Person zu sein. Pizzabote, eine große Margherita, bitte!
Man sagt, man müsse sich erst selber lieben, um einen anderen Menschen lieben zu können – und das trifft zu. Den Spruch hören und ihm zustimmen, das kann jeder. Jedoch die Reife zu haben, zu erkennen, was dies wirklich bedeutet, konnte ich erst jetzt, mit Mitte 20. Vor fünf Jahren, hätte ich selbstbewusst gesagt:,,Voll wahr!“. Damals mit der Leichtigkeit der Jugend glaubte ich auch zu wissen wie der Hase läuft. Doch wer war ich damals? Ein junges, naives Mädchen auf der Suche nach sich selbst. Ich dachte du wärst ein Teil von mir, du machtest mich erst vollständig. Eine der Weisheiten Dalai Lamas über das Leben lautet:Bedenke, die beste Beziehung zu einem Menschen ist eine, in der die Liebe zueinander größer ist als die Abhängigkeit oder das "Gebraucht werden" voneinander“. Reife kommt mit dem Alter, damals hätte ich das nicht verstehen können, selbst wenn ich gewollt hätte.
Alleine sein zu können, mit sich selbst zufrieden zu sein, darum geht es. Sonntags Single zu sein ist manchmal eine miese Angelegenheit. Jeder Single kennt das. Unter der Woche gehen wir in die Uni oder zur Arbeit, aber nach einem wilden Partywochenende mit Alkohol und fremden Bekanntschaften, kommt Sonntags die ernüchternde Realität. Während sich eure vergebenen Freunde Sonntags mit ihren Partnern im Bett einkuscheln, bei ihren Schwiegereltern in spe Mittag essen oder tolle Ausflüge unternehmen, hängen wir Single Menschen auf'm Sofa und bestellen uns bei unserem Lieblingsitaliener Essen, da wir (vom Feiern natürlich) zu faul sind zu kochen. Die Scham kommt, wenn der Pizzabote klingelt und man im Bademantel und ungeschminkt die Tür öffnet. Fühlt sich schon doof an so für sich alleine Essen zu bestellen. Aber C'est la vie! Und da muss die Stärke sein den oder die Ex nicht doch anzurufen oder ihm/ihr zu schreiben. Melancholisch (und meist verkatert) sind wir an diesem Tag ja so oder so. Jedoch lernt man so alleine zu sein. Ich habe es auf jeden Fall gelernt und Leute, die sich gerade von ihrem Partner getrennt haben, die wissen, dass der Sonntag ein hartes Pflaster ist. Aber ich sage euch, auch das geht vorbei. Bleibt stark.
"How do you know when it's over?""Maybe when you feel more in love with your memories than with the person standing in front of you." (Gunnar Ardelius)
trifft's doch auf den Punkt. Es gibt einen Grund, warum man sich von einer Person trennt, warum sie sich von dir trennt. Man sagt sich „Außer dem Punkt XX war doch sonst alles perfekt!“. Ja, genau das ist es - Es war halt nicht perfekt. Wenn es perfekt gewesen wäre, dann wärt ihr noch zusammen. Es muss also auch so ein großes Problem gewesen sein, dass man es nicht lösen konnte und keinen Kompromiss eingehen wollte oder konnte.
Also bin ich Sonntags lieber alleine. So, jetzt muss ich auch aufhören zu schreiben. Der Pizzabote kommt gleich!


Wo ist die Liebe geblieben?

Wo ist die Liebe geblieben?

Freiheit, Selbstverwirklichung, "minglen". Frei sein, aber nicht allein sein. Was ist los mit uns?
Tinder, Whatsapp, Instagram... whatever. Wieso wurde ich nicht 50 Jahre vorher geboren? Damals, als es noch keiner nötig hatte täglich „Selfies“ hochzuladen, um Bestätigung zu suchen. Damals, als man jemanden noch auf Festnetz anrufen musste, um sich zu verabreden, anstatt sich hinter seinem Smartphone zu verstecken, um Dinge zu schreiben, für die man im wahren Leben viel zu schüchtern wäre – und die möglicherweise auch unangebracht sind.
In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich? Da hast du an einem Tag ein Date: ihr versteht euch prächtig, Komplimente fliegen durch den Raum. Eine Stunde später, nach eurem Date, siehst du wie er/sie ein Selfie von sich hochlädt und sich von den Mädels/Typen durch Kommentare und Likes feiern lässt. Hallo liebe Menschen von heute: reicht euch die Aufmerksamkeit einer Person nicht?
In der Zeit von „minglen“ (Unfassbar, es gibt ein Wort dafür) und Freiheit und Emanzipation, frage ich mich: WO IST DIE LIEBE GEBLIEBEN? Die Liebe besteht so oft nur noch zu sich selbst. Karriere, Selbstverwirklichung, bloß nicht unterdrücken lassen, nichts gefallen lassen. Kompromisse? Pff. „Ich bin eine starke Person, ich lasse mir doch nichts sagen!“ Wozu führt dies alles? Zu Trennungen, Scheidungen und Kindern, die zwischen Mama und Papa hin- und hergerissen werden.
Versteht mich nicht falsch. Ich genieße meine Freiheit, bin froh über die Emanzipation, die 68er Bewegung. Als junge Frau, die studiert, bin ich froh, diese Möglichkeiten zu haben. Bachelor, jetzt Master. Aber mit Mitte 20 tickt die innere Uhr. Kinder? Jaaaa, gerne!! Ich liebe Kinder, ich will Kinder. Tja, wann? Abitur, ein Jahr im Ausland, Bachelor, Uniwechsel, Master, Referendariat. Studium verzögert sich jetzt durch das Jobben. Aber Hausmütterchen werden ohne alles beendet zu haben? Niemals. Ist auch gut so. Oder?
Wenn ich mit meinen Freundinnen spreche, erfahre ich, dass es ihnen ähnlich geht. Wir sind hin und hergerissen zwischen unseren Instinkten, Mutter werden zu wollen, zu heiraten, für die Familie da zu sein und andererseits unserer Selbstverwirklichung. Frauen, die studieren und gleichzeitig Kinder kriegen, bewundern wir, aber den Weg selber zu gehen? Nein, danke, viiiiiiiel zu anstrengend!
Hinzu kommt dann das heutige Verständnis von Liebe und Beziehung. Lieber minglen, lieber nichts riskieren. Noch einmal das Herz gebrochen zu bekommen? Nein, danke! Dann lieber alleine, selbstverwirklichen, Karriere, Affären. Ist doch eh besser, oder?! Gefangen in einer Zwischenbeziehung zu sein, kann die größte Folter sein. Die ganzen, nennen wir sie mal „Beziehungstraumatisierten“ nutzen dieses minglen aus. Ganz nach der Devise: Frei sein, aber nicht allein sein. Ich denke schon, dass unsere Generation ziemlich abgefuckt ist. Vollkommen orientierungslos, immer auf der Suche nach neuen Kicks. Anstatt sich festzulegen, wird vermutet, dass an jeder Ecke noch etwas Besseres auf einen wartet und somit wird nicht wertgeschätzt, dass man eigentlich schon etwas Tolles vor sich hat.
Wie lange wird das noch so weiter gehen? Max Herres Worte: "Das ist Fluch und Segen unserer Generation. Wir suchen nach Liebe und rennen davon,wenn sie dann kommt. Doch was ist Freiheit, wenn Du alleine feierst? Und welchen Wert hat Liebe, die nicht währt wie Familie“ sollte man sich vielleicht noch einmal durch den Kopf gehen lassen, bevor man sich bei Tinder und Co. anmeldet, andere added, obwohl man gerade jemanden tollen kennengelernt hat. Wie sagt man so schön: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.


Mit Kopfhörern und Musik auf dem Weg nachhause nachts

Schatten bewegt sich im Rhythmus

Mein Schatten tanzt im gleichen Rhythmus.
Die Kopfhörer noch einmal zurecht rücken.
Der Bass drückt in meine Ohren.
Ich bin nicht allein, denn mein Schatten bewegt sich im Rhythmus.
Zu viel getrunken, geraucht? Was ist schon zu viel?
Die Straße ist mein Laufsteg.
Ich fühle jeden Ton auf dem Beton.
Mit den Fingern tippen. 
In der Wohnung geht es weiter. Wie in Trance.
Ich drücke auf die Tasten, sie tanzen. 
Augen zu – Achterbahn.  

Fernweh

Fernweh

Sehnsucht eines Kleinstadtmenschen
Ich hab' es satt,
Nichts hält mich in dieser Stadt.
Als Kind war's noch zu ertragen,
Doch nun ist's Zeit etwas zu wagen.
Möcht' woanders wohnen,
In den großen Metropolen.
Im Urlaub hab' ich sie nur auf Dauer
Bis ich hier erneut vor mich hinkauer'.
Zu groß ist die Welt, um sich hier niederzulassen.
Hierbleiben heißt, das Leben zu verpassen.
Ich hab' so Fernweh,
Will die Welt seh'n!
All' die Kontinente bereisen,
Verschiedenes Essen speisen,
Neue Kulturen erleben,
Andere Sprachen reden.
Ich hab' so Fernweh,
Ich will die Welt seh'n.


Mond im Regen

Mond im Regen

Mit Absicht in jede Pfütze treten
Was ich sonst niemals täte.
Wir unter diesem kleinen Schirm,
An der Ampel,
Ein flüchtiger Kuss auf meine Stirn.
Meine Füße
Vollkommen durchnässt,
Weil der Regen nichts trocken lässt.
Beeilen, um schnell nachhaus' zu gelangen
Doch möcht' ich den Augenblick auffangen.
Plitsch, Platsch -
Mit jedem Schritt noch nasser.
Ich seh' den Mond im Regen reflektieren,
Oh, wie meine Hände frieren!
Doch trotz der Umstände nichts zu verlieren.
Romantik ist hier die Definition,
Wir, der Regen und die Emotionen.
Und bin ich durchnässt und halb erfroren,
So fühl' ich mich in dieser Nacht wie neu geboren.
Für nichts auf der Welt würd' ich lieber woanders sein,
Wir, der Regen und der Mondesschein.


Es fühlt sich so gut an

Es fühlt sich so gut an

So viel Zeit damit verbracht jemanden nachzutrauern, zu weinen, sich zu erinnern, so dass man Schmerz mit Liebe verwechselt hat. Doch dann kamst du.
Das erste mal in deinen Armen liegen. Du bist so fremd, aber ich fühle mich so wohl. Halt mich fester, drück mich. Ja, genau so. Es fühlt sich so gut an. Wir schauen uns das erste Mal vom Nahen an. Ich merke, wie es kribbelt. Man möchte sich küssen, aber nicht zu früh. Wer macht den ersten Schritt? Der erste Kuss mit jemanden ist so aufregend. Soll ich meinen Kopf nach vorne beugen? Nein, ich drehe mich weg, doch zu schüchtern.
Du guckst mich an. Nein, du schaust mich an. Ich muss lachen, bin verlegen. Mir ist es unangenehm, wenn du mich so anguckst. Du könntest ja Makel an mir entdecken. Andererseits ist es das schönste Gefühl, wenn du mich so anguckst. Du lächelst. „Ist was?“, frage ich. „Nein, alles gut!“, sagst du und lächelst. Hast du schöne Lippen! Puhh, mein Herz schlägt schneller. Ich fühle mit dem Finger über deine Augenbrauen, über deine Nase, deine Augenlider. Ist es nicht lustig, wie wir uns erforschen? Wir müssen lachen, immer wieder. Es ist so schön. Du riechst gut. Du trägst kein Parfum. Du bist es einfach, der schön riecht. Ich fühle mich so wohl bei dir. Halt mich noch ein bisschen fester. Ja, genau so.